Terminerweiterung: Endstation Seeshaupt
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- Montag, 19 Dezember 2011
Im Bürgerbahnhof Vohwinkel (Bahnstr. 16) wird am Freitag, dem 27. Januar 2012 um 9:00 Uhr und um 11:30 Uhr eine kostenlose Schulvorführung des Dokumentationsfilms Endstation Seeshaupt zum Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus vorgeführt. Der Film eignet sich für Schüler ab der Klasse 9 und es gibt nach den Vorstellungen, die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Aussprache. Zusätzlich gibt es nun am 26. Januar eine öffentliche Vorführung, bei der der Eintritt ebenalls frei ist. Es ist die Wuppertaler Erstauführung des 97-minütigen Films, bei dem Walter Steffen Regie geführt hat. Auf Nachfrage per Mail an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. besteht zudem die Möglichkeit eine weitere Vorstellung am 30.1. zu organisieren.
Der Film zeichnet die Ereignisse um den sogenannten Todeszug nach, der Ende April 1945 mit 4000 Häftlingen aus dem KZ-Außenlager Mühldorf-Mettenheim auf eine Irrfahrt durch Oberbayern geschickt wurde. Er begleitet den Überlebenden Louis Sneh auf den Spuren dieser grausamen Odyssee bis zur »Endstation Seeshaupt«.
Sorgfältig und mit ruhigen Einstellungen (Kamera: Christoph Ißmayer) zeichnet der Film die Stationen des Zugs nach, erläutert Zusammenhänge. Und der Film bringt Augenzeugen zur Sprache: Anwohner, die den Zug sahen oder mit den Häftlingen in Berührung kamen. Der Täteraspekt bleibt dagegen unscharf: Wer waren die Wachsoldaten, die sich, kurz bevor die amerikanischen Panzer anrollten, die Uniformen auszogen und in die Wälder schlugen? Was haben sie ihren Kindern erzählt? Und wie geht die Geschichte des Lokführers, der nachts seine Lok abkoppelte, nach München dampfte und die elenden Gestalten in den Güterwaggons in Seeshaupt ihrem Schicksal überließ? Auch den Einwohnern von Seeshaupt ist die Befreiung der Häftlinge in Erinnerung geblieben. Der amerikanische Kommandant erteilte zur Versorgung der Menschen aus dem Zug mit warmer Kleidung und Nahrung »Plünderungsfreiheit«, auf Bauernhöfen wurde das Vieh geschlachtet, alle Häuser nördlich der Hauptstraße mussten geräumt werden, jede Familie eine Person zur Versorgung der Häftlinge schicken. Dass die Häftlinge im Ort deshalb nicht gerade beliebt waren, verschweigen die Protagonisten nicht.
»Endstation Seeshaupt« ist auch deshalb ein Heimatfilm im besten Sinn, weil er neben den Überlebenden zeigt, wie Lehrer, Gymnasiasten, »Eingeborene« und »Zugereiste« durch ihren Willen und ihren Einsatz für die Erinnerung vor Ort Brücken in die Zukunft bauen. »Endstation Seeshaupt« bettet das Verbrechen des Holocaust in Heimatgeschichte ein. Gerade deswegen ist der Film exemplarisch; er weist dabei über Oberbayern hinaus. Denn wo auch immer sie durch ein Verbrechen kontaminiert ist - nicht Verschweigen gibt der »Heimat« die Würde zurück, sondern genau das Gegenteil: Erinnerung.
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Das KZ Auschwitz steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Opfer des Nazi-Regimes.
Ort/Veranstalter: Bürgerverein Vohwinkel e.V. / Projekt BürgerBahnhof / Bahnstr. 16 / 42327 Wuppertal / www.buergerbahnhof.com
Voranmeldung: Tel. 0202-9749945 / This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.






